Hunderte Menschen, ausgestattet mit Fahnen gegen Atomkraf, schlendern durch die Königstraße. Ein Anblick, den man so schnell nicht vergisst. Mit 200 Bussen und 3 Sonderzügen sind Tausende Atomkraftgegner aus dem gesamten Bundesgebiet angereist, um zwischen dem AKW Brunsbüttel und Krümmel eine Menschenkette zu bilden- und Elmshorn mittendrin. Organisiert wurde dieser Protest von einem breiten Trägerkreis aus Nichtregierungsorganisationen, Parteien, Gewerkschaften und Kirchen. 14.30 Uhr : Strahlender Sonnenschein, die Kette steht. In der Menschenkette stehen Familien, ältere Menschen und viele junge Menschen wie wir. Dieser Protest verbindet die Generationen. Längst sind die Zeiten vorbei, in denen millitante Castorgegner allein in Sachen Atomkraft gegen den Strich bürsteten . Heute sind die Gefahren, die die Technologie mit sich bringt, in vielen Köpfen angekommen. Doch die Regierung aus Schwarz-Gelb plant dennoch Laufzeitverlängerungen für Kernkraftwerke. Nicht mit uns! Wir wollen unseren nachfolgenden Generationen keinen Müll hinterlassen, der Tausende von Jahren strahlt. Zwei Tage vor dem Jahrestag des Reaktorunglücks in Tschernobyl denken wir an die Folgen. Wie würde unsere Region aussehen, wenn es zu einem solchem Unfall hier bei uns käme? 15.00 Uhr, der Abpfiff und die erlösende Nachricht: 120.000 Menschen haben eine 120 km lange Menschenkette gebildet. Das sind fünfmal mehr Menschen, als die Organisatoren gehofft haben. Jubel bricht aus. Anfang des Jahres waren wir, die Grüne Jugend Elmshorn, bei einem der ersten Treffen des Trägerkreises dabei. Damals steckte das Projekt noch in den Kinderschuhen und nun, drei Monate später wird die Menschenkette zu einer der größten Protestaktion, die die Bundesrepublik Deutschland je gesehen hat- eine Renaissance der Anti-AKW-Bewegung, denn so sind sich alle einig: Das war nur der Anfang im Kampf gegen die geplanten Laufzeitverlängerungen von Schwarz-Gelb.
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Mehr als 450000 Besucher seit der Eröffnung im Juni des vergangenen Jahres und sehr gute Bewertungen. So lautet die Bilanz des Klimahauses in Bremerhaven. Grund für uns, die Grüne Jugend Elmshorn, dem gigantischen Projekt einen Besuch abzustatten. Kaum im verregneten Bremerhaven angekommen, kehrten wir der Stadt sozusagen schon wieder den Rücken zu und begaben uns auf eine Reise rund um den Globus. Eigens für die interaktive Ausstellung ist Axel Werner auf dem achten Längengrad Ost gereist und hat der Ausstellung seine Tagebücher und Fotos überlassen. Immer entlang des achten Längengrades lernten wir die Menschen, die dort leben kennen. Als Nomade der Berge wanderten wir durch den Kanton Uri in der Schweiz, um dann auf Sardinien als Insekt Teil des Mikrokosmos zu sein. Danach folgte Dürre, Weite, Trockenheit, Hitze, Sand und Wind – ein Tag in der Sahelzone, Schließlich führte uns unser Weg durch die exotische Welt des Regenwaldes. Dann wurde es plötzlich bitterkalt! Kein Wunder, denn wir standen mitten in der Antarktis. Schnell weiter. Palmen, Sandstrand und das Meer. Viel besser. Ein echtes Traumreiseziel. Statt jedoch lange zu verweilen, trieb uns unser Entdeckungsdrang weiter in die Arktis und zur Insel Langeneß bis nach Bremerhaven, wo unsere Reise endete.
Auf 5000 m² wurden wir zu Weltreisenden und trafen dort Menschen, die in ganz verschiedener Weise vom Klimawandel betroffen sein werden. Hier zeigte sich deutlich, dass die Macher dieser Ausstellung weit mehr beabsichtigen als die bloße Unterhaltung der Besucher. Jedem Besucher sollte bewusst werden, dass er durch seinen Lebensstil größere Spuren in der Welt hinterlässt. Aber was bedeutet das alles für jeden einzelnen? Was kann jeder tun, um unseren einzigartigen Planeten für kommende Generationen zu erhalten?
Wir, als Grüne Jugend, mischen uns mit unseren Überzeugungen in die Klimapolitik ein und setzen Zeichen.
Nach 6 Stunden Ausstellungsbesuch ließen wir uns draußen ziemlich überwältigt den rauen Wind um die Ohren wehen. Wundervoll! Denn mal ehrlich: Wer möchte schon lieber bei 38 Grad Hitze leben?
So bleib uns nach den vielen neuen Eindrücken auch die Erkenntnis, dass unser raues Klima auch seine guten Seiten hat.
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